Themenwahl Dissertations

Die Themenwahl

Am Ende eines Studiums ist mit dem Verfassen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit (Bachelorarbeit, Masterarbeit, Diplomarbeit, Dissertation etc.) eine letzte Hürde zu nehmen. Sobald Du alle Seminare, Vorlesungen, Kolloquien und dergleichen, die in Deinem Studienplan vorgeschrieben sind, erledigt hast, beschäftigst Du Dich mit der Wahl eines Themas für Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Damit verbunden ist nicht nur die Auswahl eines innerhalb der vorgesehenen Frist zu erledigenden Themas, sondern auch die Überlegung, welcher Betreuer sich am besten dazu eignet, Dich in Deinem Vorhaben zu unterstützen.

Die Themenwahl ist ein essentieller Bestandteil des Schreibprozesses, der noch vor allen anderen Arbeiten, die im Zuge des Verfassens einer wissenschaftlichen Arbeit, beispielsweise Aufbau und Gliederung, Recherchearbeiten und Literatursichtung, erledigt sein muss. Außerdem sollte er vor der Anmeldung der Bachelorarbeit oder Masterarbeit beim Prüfungsamt abgeschlossen sein. Informiere Dich auch über bestimmte Fristen, die Du einhalten musst! In der Regel hast Du zwischen der Meldung beim Prüfungsamt und der Abgabe der fertigen Abschlussarbeit nur eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung. Dies gehört zu jeder guten Planung einer Hausarbeit, und Abschlussarbeit. Überlegst Du Dir das Thema erst nach der Anmeldung, verlierst Du in den meisten Fällen sehr viel wertvolle Zeit, die Dir später beim Recherchieren, der Literatursuche und Schreiben abgeht.

Mit einer Dissertation soll die Fähigkeit zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten unter Beweis gestellt werden. Für eine Laufbahn an der Universität oder in der außeruniversitären Forschung ist sie quasi die unerlässliche erste Sprosse der Karriereleiter. Die Kernanforderung dabei ist es, ein Thema nicht nur eigenständig, sondern auch mit besonderer theoretischer Tiefgründigkeit unter die Lupe zu nehmen, damit am Ende neue Erkenntnisse dargestellt werden können. Relevanz und Umfang neuer Erkenntnisse müssen im Vergleich zu Studienabschlussarbeiten wesentlich größer sein. Gegenüber Bachelor- und Masterarbeiten unterscheidet sich die Doktorarbeit hingegen kaum im grundlegenden strukturellen Aufbau.

Ein Unterschied ist, dass es im Regelfall keine Obergrenze für den Gesamtumfang einer Doktorarbeit gibt, stattdessen sind eher Untergrenzen üblich: für eine geistes- oder sozialwissenschaftliche Doktorarbeit sollte der Mindestumfang bei 200 Seiten liegen und selbst das ist schon schwierig genug. Wie in der Wissenschaft üblich, wird man auf eine manchmal unüberschaubare Publikationsflut stoßen, wenn man tiefer in ein Thema einsteigen will. Es ist jedoch bei einer Dissertation von größter Wichtigkeit, ein Nischenthema zu finden, mit dem sich eine ungelöste wissenschaftliche Fragestellung beantworten lässt. Ohne die wissenschaftliche Vorarbeit anderer Autoren kommt jedoch niemand aus, sodass immer auf den aktuellen Stand der Forschung einzugehen ist, in welchem man dann seinen eigenen Ansatz einordnen kann. Dafür ist es unabdingbar, die neueste Forschungsliteratur zu verwenden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Dissertationen je nach fachlicher Richtung sehr unterschiedlich ausfallen können. In geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern steht die Entwicklung neuer Theorien im Vordergrund und zudem kommt es darauf an, neue fachspezifische Schlüsselbegriffe zu definieren.

Naturwissenschaftliche Dissertationen hingegen basieren auf neuen empirischen Erkenntnissen, die kaum ohne langjährige Laborarbeit zu gewinnen sind. Dementsprechend sollten ca. fünf Jahre bis zum Abschluss des fertigen Werkes eingeplant werden. Geistes- und sozialwissenschaftliche Werke nehmen durch die überwiegend literarische Arbeit nicht ganz so viel Zeit in Anspruch, aber die Anforderungen sind keinesfalls zu unterschätzen und auch hier sollten zumindest drei Jahre eingeplant werden. Besonders das ständige Lesen, Konzipieren und Recherchieren erfordert dabei viel Selbstdisziplin und Ausdauer, die sich ohne Interesse und Leidenschaft für ein Thema kaum bewahren lassen. Vor dem Hintergrund der hohen inhaltlichen Anforderungen muss dabei klar sein, dass sich diese Zeitangaben auf ein Arbeiten an der Dissertation in Vollzeittätigkeit beziehen. Niemand sollte glauben, abends neben der Arbeit in nur drei Jahren ein den wissenschaftlichen Kriterien genügendes Werk verfassen zu können.

Gerade auch eine Berufstätigkeit parallel zur Dissertation erweist sich in vielen Fällen als kaum überwindbares Hindernis, da es sehr schwierig ist, sich nach dem Arbeitsstress in ein wissenschaftliches Thema einzudenken. Es ist daher absolut verständlich, wenn es zu Motivationsproblemen kommt, denn wer will schon lieber ein Wochenende in der Bibliothek als mit Freunden oder Familie verbringen? Aber auch noch nicht Berufstätige, die gerade erfolgreich den Masterabschluss absolviert haben, stehen vor großen Herausforderungen. Gegenüber der Masterarbeit muss ein wesentlich höheres Abstraktionsniveau erreicht werden, sodass man vom exemplarischen, auf konkrete Fälle bezogenen Denken zum theoretisch abstrahierenden gelangt, was nicht jedermanns Sache ist. Das wiederum bringt viele Doktoranden in ein Dilemma, denn für einen Abbruch ist es oft schon zu spät und vor allem lockt der Doktortitel, weil er bessere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten in Aussicht stellt.

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